
Bayer-Aktie stürzt ab: Rekordstrafe von 2,1 Milliarden Dollar erschüttert Konzern
Ein weiterer schwerer Schlag für den ohnehin schon angeschlagenen Bayer-Konzern: Eine Jury im US-Bundesstaat Georgia hat den Chemie-Riesen zu einer astronomischen Schadenersatzzahlung von 2,1 Milliarden US-Dollar verurteilt. Der Grund? Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das nach Ansicht der Geschworenen für die Krebserkrankung des Klägers John Barnes verantwortlich sein soll.
Die verhängnisvolle Monsanto-Übernahme rächt sich weiter
Was sich 2018 als strategischer Schachzug präsentierte, entwickelt sich zusehends zum Milliardendesaster. Die Übernahme des US-Konzerns Monsanto für mehr als 60 Milliarden Dollar brachte Bayer nicht nur das zweifelhafte Erbe des Unkrautvernichters Roundup ins Haus, sondern auch eine nicht enden wollende Klagewelle. Die bisherige Schadensbilanz ist erschreckend: Rund 10 Milliarden Dollar musste der Konzern bereits für Vergleiche und Verfahren aufbringen.
Aktionäre leiden unter der Last der Klagen
Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Der Aktienkurs des DAX-Konzerns brach am Montagmorgen um mehr als 7 Prozent ein und notierte bei mageren 22,33 Euro. Ein weiterer Tiefschlag für die gebeutelten Aktionäre, die seit Jahren zusehen müssen, wie ihr Investment kontinuierlich an Wert verliert.
Bayer wehrt sich - doch die Aussichten sind düster
Zwar kündigte der Konzern umgehend Berufung an und verweist auf die erst kürzlich erfolgte EU-weite Zulassungsverlängerung für Glyphosat. Doch die Probleme könnten sich noch verschärfen: Im US-Bundesstaat Missouri, wo 80 Prozent der noch offenen Klagen anhängig sind, droht eine weitere Verschärfung der Gesetzeslage bezüglich der Warnhinweise auf Glyphosat-Produkten.
Die politische Dimension des Falls
Besonders pikant: Während die US-Umweltbehörde EPA Glyphosat als nicht krebserregend einstuft, sehen dies einzelne Bundesstaaten anders. Ein klassischer Konflikt zwischen Bundes- und Staatsrecht, den nun möglicherweise der Supreme Court wird klären müssen. Bayer setzt große Hoffnungen in eine entsprechende Entscheidung des obersten US-Gerichts.
Die Zukunft bleibt ungewiss
Von den ursprünglich 181.000 Klagen konnte Bayer zwar bereits 114.000 Fälle beilegen. Doch die verbleibenden Verfahren bergen weiterhin erhebliche finanzielle Risiken. Die jüngste Rekordstrafe zeigt eindrücklich, dass das Ende der juristischen Auseinandersetzungen noch lange nicht in Sicht ist.
Der Fall Bayer-Monsanto entwickelt sich damit immer mehr zu einem Lehrstück darüber, wie eine vermeintlich zukunftsweisende Übernahme einen traditionsreichen deutschen Konzern an den Rand des Abgrunds bringen kann. Die Frage, die sich viele Beobachter stellen: Wie lange kann Bayer diese enormen finanziellen Belastungen noch schultern?
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