
Gold-Rally nimmt kein Ende: US-Lagerbestände explodieren auf Rekordniveau
Der Goldpreis befindet sich weiterhin in einer beispiellosen Aufwärtsbewegung und notiert mit 3.027 Dollar nur knapp unter seinem historischen Höchststand. Die beeindruckende Performance des Edelmetalls spiegelt sich in einem Kursanstieg von satten 39 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate wider. Doch was steckt hinter dieser außergewöhnlichen Entwicklung?
Dramatischer Anstieg der US-Goldreserven verschärft Handelsdefizit
Die amerikanischen Goldlager verzeichnen derzeit einen regelrechten Ansturm ausländischer Lieferungen. Experten gehen davon aus, dass diese Entwicklung das US-Handelsdefizit in schwindelerregende Höhen treiben könnte. Stephen Stanley, Chefökonom bei Santander US Capital Markets, prognostiziert einen Anstieg auf nahezu 162 Milliarden US-Dollar - ein Wert, der die ohnehin schon angespannte wirtschaftliche Situation der Vereinigten Staaten weiter verschärfen dürfte.
Trump-Politik als Katalysator für den Goldpreis
Die massive Aufstockung der Lagerbestände steht in direktem Zusammenhang mit der drohenden Ausweitung der Trump'schen Zollpolitik auf Edelmetalle. Diese Befürchtungen haben nicht nur den Goldpreis in die Höhe getrieben, sondern auch lukrative Arbitrage-Möglichkeiten geschaffen. Die Folge: Die Bestände an der New Yorker Rohstoffbörse sind im vergangenen Monat um weitere 25 Prozent gestiegen, nachdem sie im Januar bereits um 43 Prozent zugelegt hatten. Mit aktuell 42,6 Millionen Unzen wurde ein neuer Rekordwert erreicht - fast doppelt so viel wie Ende 2024.
Stagflationsängste und Rezessionssorgen nehmen zu
Die dramatische Ausweitung der Handelslücke nährt die Besorgnis über die wirtschaftliche Entwicklung der USA. Die Federal Reserve Bank of Atlanta rechnet in ihrer aktuellen Prognose sogar mit einer Schrumpfung der Wirtschaft um 1,8 Prozent im ersten Quartal. Besonders besorgniserregend: Der Handel soll dabei mit ganzen 4 Prozentpunkten zu Buche schlagen.
Schweiz als Hauptlieferant für US-Goldimporte
Ein Großteil der Goldlieferungen stammt aus der Schweiz, die im Januar so viel Gold in die USA exportierte wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2012. Auch im Februar blieben die Lieferungen auf einem ähnlich hohen Niveau. Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr die zentrale Rolle der Schweiz im internationalen Goldhandel.
Silber folgt dem Trend
Auch beim "kleinen Bruder" des Goldes zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Allerdings fallen die Auswirkungen auf das Handelsdefizit aufgrund des deutlich niedrigeren Preises geringer aus. Dennoch ist auch hier eine deutliche Dynamik zu erkennen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, wie wichtig eine solide Absicherung des eigenen Vermögens mit physischen Edelmetallen ist. In Zeiten zunehmender wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten bieten Gold und Silber einen bewährten Schutz vor Vermögensverlusten.
Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich umfassend informieren. Investitionen in Edelmetalle, wie auch in andere Anlageformen, bergen sowohl Chancen als auch Risiken.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik