
Erdogans Machtkampf stürzt türkische Wirtschaft ins Chaos - Notenbank verbrennt Milliarden
In der Türkei spitzt sich die politische und wirtschaftliche Krise dramatisch zu. Nach der politisch motivierten Verhaftung des populären Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu, dem schärfsten Widersacher des zunehmend autoritär regierenden Präsidenten Erdogan, stürzt die türkische Wirtschaft ins Chaos. Die Notenbank versucht verzweifelt, mit Milliardenbeträgen gegenzusteuern - bisher mit überschaubarem Erfolg.
Politische Willkür löst Börsenpanik aus
Die fadenscheinige Verhaftung Imamoglus, dem unter anderem Korruption und Terrorunterstützung vorgeworfen wird, führte zu den größten Protesten seit einem Jahrzehnt. Dass ausgerechnet jetzt ein Haftbefehl gegen den aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten erlassen wurde, entlarvt die wahren Motive: Erdogan will seinen gefährlichsten Konkurrenten aus dem Weg räumen. Diese durchsichtige politische Inszenierung löste an den Finanzmärkten eine regelrechte Panik aus.
Verzweifelte Rettungsversuche der Notenbank
In ihrer Not griff die türkische Zentralbank zu drastischen Maßnahmen: Sie erhöhte den Leitzins außerplanmäßig um zwei Prozentpunkte auf sage und schreibe 46 Prozent. Noch dramatischer: Um den freien Fall der Lira zu stoppen, verbrannte die Notenbank fast zwölf Milliarden Dollar ihrer schwindenden Devisenreserven. Ein türkischer Banker sprach gegenüber der Financial Times von einem zeitweisen "Kontrollverlust" - eine Bankrotterklärung für die Währungshüter.
Anleger fliehen in Scharen
Die Reaktion der internationalen Investoren fiel verheerend aus: Die Istanbuler Börse stürzte um bis zu 16 Prozent ab, der Bankenindex sogar um über neun Prozent. Besonders alarmierend: Die Renditen türkischer Staatsanleihen schossen auf astronomische 31 Prozent hoch - mehr als das Zehnfache deutscher Bundesanleihen. Ein deutlicheres Misstrauensvotum der Finanzmärkte gegen Erdogans Wirtschaftspolitik ist kaum vorstellbar.
Verzweifelte Börsenaufsicht greift durch
In ihrer Verzweiflung griff auch die türkische Börsenaufsicht zu radikalen Maßnahmen: Sie verbot kurzerhand sämtliche Leerverkäufe und lockerte die Regeln für Aktienrückkäufe. Doch diese planwirtschaftlichen Eingriffe können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Vertrauen der Investoren nachhaltig erschüttert ist.
Die türkische Wirtschaftskrise offenbart einmal mehr die verheerenden Folgen, wenn politische Willkür über Rechtsstaatlichkeit gestellt wird. Erdogans verzweifelter Versuch, seinen größten Konkurrenten auszuschalten, könnte sich als Bumerang erweisen und die ohnehin schwer angeschlagene türkische Wirtschaft vollends in den Abgrund reißen.
Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung der Redaktion wider und stellt keine Anlageberatung dar.

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